Die Usability von Facebook ist sowas von mies

Die Bedienung von Facebook gefällt mir nicht. Die Browser Version macht auf mich einfach nur einen sehr schlechten eindruck.

Heute ist mir es erneut aufgefallen.

  1. Ich mache seit langem wiedermal Facebook auf. Auf der Startseite angelangt scrolle ich durch den News-Feed.
  2. Dank Infinite-Scroll (Facebook lädt nach sobald man das Seitenende erreicht) habe ich nur mit scrollen schon ein par Duzend Beiträge gesehen.

Bis jetzt also nichts besonderes. Facebook bietet mir Content und hat mich deshalb als Nutzer. Nun geht es aber weiter.

  1. Ich sehe ein Video bei dem „xyz commented on this“ (benutze FB in Englisch) darüber steht. Möchte wissen was die Person kommentiert hat und klicke auf „4.6k Comments“.
  2. Facebook lädt den Post und schickt mich zu den Kommentaren. Die Person „xyz“ sehe ich nirgends. Ich müsste 4.6k Kommentare durchsuchen.
  3. Egal. Möchte nun wieder zurück. Drücke dazu den „Zurück“-Button vom Browser. Ich lande nicht an alter stelle, sondern viel weiter oben. Das unendliche Scrollen hat sich meine alte Position nicht gemerkt.
  4. Facebook zu.

Entweder ich mache etwas falsch oder die Bedienbarkeit ist einfach nur ein grosser Witz.

Facebook müsste doch in der Lage sein einen Anker zu setzen damit ich direkt beim besagten Kommentar lande. Auch das merken der Position beim betätigen der Zurück-Taste erwarte ich als User. Sogar 9Gag kann das.

Blackshades (RAT-Tool) Entwickler wandert in den Knast

Als RAT (Remote Access Tool) wird Software bezeichnet mithilfe dieser man unbeaufsichtigt auf einen Computer zugreifen kann. Damit kann man dann einen Live Screencast machen oder auch auf die Webcam zugreifen.

Im Grunde eigentlich nichts spezielles. Eigentlich der Ideale Diebstahlschutz. Der kauf und Besitz einer solchen Software sollte – meiner Meinung nach – nicht illegal sein. Wie gesagt: Es gibt legale Anwendungszwecke!

Ich kann mit einem Hammer auch jemanden erschlagen.

Letzte Woche führte eine internationale Polizeiaktion in insgesamt 16 Ländern zur Verhaftung um die 100 Anwendern der Software „Blackshades“. In der Schweiz wurde diese Aktion von der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, KOBIK, entsprechend koordiniert. Involviert waren 11 kantonale Polizeibehörden, wo gleichzeitig 16 Hausdurchsuchungen und Befragungen durchgeführt wurden. Die sichergestellten Datenträger werden derzeit ausgewertet. – Quelle: kapo.sg.ch (PDF)

Bereits letztes Jahr wurden einfach mal so um die 100 Personen verhaftet. Nicht weil bewiesen ist dass diese die Software illegal eingesetzt haben, sondern nur weil diese die Software gekauft haben.

Und jetzt sind wir soweit dass auch der Entwickler der Software verhaftet wurde. Heise.de berichtete:

Ein schwedisches Mitglied der Entwickler des Spionage-Trojaners Blackshades wurde in den USA zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. – Quelle: heise.de

Jetzt mal ehrlich: Ich hab so einige Fragen.

  1. Weshalb darf jede x-beliebig Firma wie z.B. TeamViewer oder LogMeIn Fernwartungstools Entwickeln und für schweineteuer verkaufen ohne Konsequenzen daraus ziehen zu müssen? (Auch LogMeIn wird illegal benutzt, wie ich selbst feststellen musste)
  2. Weshalb darf eine Firma wie z.B. ‚Vupen‘ Zero-Day-Exploit suchen, finden und verkaufen? (NSA und BND kaufen bei denen ein, deswegen sagt vielleicht niemand was)
  3. Weshalb darf der Baumarkt, bei mir um die ecke, einen Hammer verkaufen? (Dort gibt es auch Äxte und Motorsägen. Aber ein Hammer ist in etwa so harmlos wie ein RAT-Tool)

Wenn ich solche News höre überlege ich wiedermal meine Harddisk zu verschlüsseln. Es kann ja scheinbar jeden treffen und dann ist, auch wenn man nichts verbrochen hat, sicher besser die Festplatte bleibt versiegelt.

Kommentarbereiche verwildern gezwungenermassen zu Geisterstädte

Die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen gehört für mich einfach dazu. Und dass soll möglichst einfach sein!

Deaktivierte Kommentare

Immer wieder sehe ich Blogs die es einem nicht ermöglichen einen Kommentar zu hinterlassen. Die Kommentarfunktion wurde nicht aktiviert oder automatisch nach bestimmter Zeit geschlossen. Mich widert das an weil ich hab dann keine Möglichkeit…

  • …etwas ergänzendes zu erläutern.
  • …den Autor auf einen Fehler hinzuweisen.
  • …auf einen Irrtum hinzuweisen.
  • …allgemein zu Diskutieren.

Ich erwarte ja nicht dass der Autor antwortet.

Was sind die Gründe weshalb man die Kommentare deaktiviert? Ich kann es nicht ganz nachvollziehen. Negative Kommentare können es ja nicht sein, den diese lagert man so doch einfach auf Sozial Media Netzwerke aus. Und Bots lassen sich heutzutage auch filtern ohne auf Captchas oder externe Dienstleister zu setzen.

Wie gesagt: Ich kann die Gründe nicht nachvollziehen. Es kommt jedoch häufig vor dass ich solche Webseiten aus meinem RSS Feed Reader werfe. Tja, selbst schuld! (Es gibt natürlich auch ausnahmen)

Unnötig erschwertes kommentieren

Nervt mich genauso. Es gibt viele Faktoren die dass kommentieren unnötig erschweren.

  • Captcha Abfragen: Entweder nicht lesbar oder die Antwort ist eine Wissensfrage die, falls man sie nicht weiß, ergoogeln muss. Dann gibt es auch noch technische Umsetzungen die bei einer falschen Eingabe den ganzen Kommentar löscht. Man darf den Kommentar dann nochmals schreiben.
  • Gezwungene Registration: Hab nichts gegen eine Registration. Diese soll doch aber bitte freiwillig sein.
  • Versteckte Kommentare: Zwischen Artikel und Kommentare werden andere Artikel vorgeschlagen (Related Posts). Manche übertreiben es und schlagen elend viele Posts vor. Auf dem Computer ist sowas kein Problem, auf dem Smartphone hingegen scrollt man sich zu Tode.

Für mich waren früher die Kommentare einen Grund um eine Webseite später wieder aufzurufen. Ich konnte Diskutieren und war auch gespannt auf Antworten. Heute steht die Community nur noch in den Sozial Medien im Mittelpunkt. Die Kommentare werden zur Geisterstadt. Einfach nur schade und für mich nicht nachvollziehbar.

Neues Projekt: ISP-Blog.ch

Das Thema Internet Service Provider und deren Tätigkeiten (zB. Routing, Peering) interessiert mich, weshalb ich mehr darüber erfahren wollte. Doch das ganze ist ziemlich undurchschaubar – zumindest für mich. Doch das macht es Interessanter als es sonst schon ist.

screenshot_ispblog

Hab dann damit begonnen diverse News quellen und auch Pressemitteilungen von Firmen zu Abonnieren die irgendwas damit zu tun haben. Dabei ist mir aufgefallen dass es hier in der Schweiz keine Webseite gibt die sich ausschliesslich mit diesem Thema befasst (Hab zumindest keine gefunden). Aus diesem Grund – und um selbst mehr zu lernen – entstand ISP-Blog.ch.

Feedback zum ISP-Blog.ch sind herzlich Willkommen! Wer dort Gastbloggen möchte darf sich auch gerne melden.

Schweizer Parlament: 12 Jahre für eine Dropbox alternative

480px-Dropbox_logoBin vorhin über einen Artikel auf Inside-IT gestossen. Demnach sucht das Parlament (Bund) nach einer Cloud Lösung um untereinander Dokumente auszutauschen.

Bis anhin hätten die Parlamentarier auf frei zugängliche Angebote zurückgegriffen, darunter etwa Dropbox. – inside-it.ch, kjo

Solche Beschaffungen werden jeweils öffentlich auf Simap ausgeschrieben. Hab dort danach gesucht und die Ausschreibung mit der Projekt-ID 125961 (anscheinend kein Direktlink möglich) gefunden.

In letzter Zeit gab es beim Bund Millionen teure IT-Projekte die scheiterten oder völlig überteuert umgesetzt wurden [1][2][3]. Fand es deshalb Interessant eine solche Ausschreibung zu lesen. Und hab es dann auch getan.

Technische Anforderungen

Dort genannte Technische Anforderungen:

Es ist von maximal 1’200 User auszugehen, wobei pro User von max. 3GB auszugehen ist.

Die Plattform hat 20 Mandanten zu je max. 100 GB zu unterstützen, woraus max. 2TB resultieren als Gesamtvolumen.

Es sollen 1’000 gleichzeitige Sessions möglich sein.

Der Anbieter bestätigt, dass er eine Datenhaltung in der Schweiz sicherstellen wird.

Ok – Soweit so gut. Mit „Mandanten“ sind, laut Beschreibung, Gruppen oder Gremien gemeint.

[..] Gruppen oder Gremien, im Folgenden Mandanten genannt.

Jetzt beginne ich also mal zu rechnen. 1’200 User benötigen je 3 GB, dass sind Total 3’600 GB (Also 3.6 TB). Oben steht jedoch was von „2 TB Gesamtvolumen“. Also soll man doch davon ausgehen dass niemals 3 GB pro Person voll umfänglich benutzt werden? Kann aber auch sein dass ich das völlig falsch verstehe.

Weitere technische Angaben scheint es (zumindest auf Simap) nicht zu geben. In der Beschreibung wird an einer Stelle auf die „Rollenmatrix in Anhang 4″ verwiesen. Gehe davon aus dass man diesen Anhang anfordern muss. Hab auf der Plattform selbst zumindest nichts in diese Richtung gefunden.

Serverstandort Schweiz

Daten müssen Inland gelagert werden.

Der Anbieter bestätigt, dass er eine Datenhaltung in der Schweiz sicherstellen wird.

Finde ich gut. Ist immerhin der Grund weshalb ein solches Projekt durchgeführt werden soll.

Jedoch steht da auch:

Bei Anbieterinnen und Anbietern aus dem Ausland: Vergleichbare aktuelle, amtliche Urkunde des Auslandes (Original oder Kopie)

Ausländische Anbieter können ihr Angebot bis spätestens am oben erwähnten Abgabetermin, noch während den Öffnungszeiten gegen Ausstellung einer Empfangsbestätigung einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz in ihrem Land übergeben.

Ist der Bund verpflichtet auch Angebote ausländischer Firmen einzuholen? Ich weiss es nicht.

Halte es auf jeden Fall für äusserst fraglich die Daten im Inland zu Hosten, jedoch auf eine Ausländische Firma zu vertrauen. Da könnte man die Daten genau so gut in der Dropbox belassen.

Zeitlicher Rahmen

Der Ausführungstermin wurde ebenfalls festgelegt.

Beginn: Q3/Q4 2015, Ende: 31.12.2019; Verlängerung (jährlich) bis zu max. acht Jahre, heisst bis 2027 möglich

Der Bund gibt der auszuführenden Firma ganze vier Jahre Zeit.

Und falls die Zeit nicht reicht? Kein Problem: Mit der Verlängerung sind auch 12 Jahre möglich!

Fazit

Kenne mich mit Ausschreibungen nicht aus. Gehe auch davon aus dass Interessierende Firmen weitere Details einhohlen können. Die in der Ausschreibung beschriebenen technischen Details reichen jedenfalls überhaupt nicht aus.

Auch die Inland-Datenschutzüberlegung ist ein Witz, falls eine Ausländische Firma den Auftrag erhalten würde.

Und der Zeitliche Rahmen ist eine Katastrophe. In vier Jahren werden 3 GB pro User vermutlich nicht mehr reichen geschweige den in 12 Jahren. In den Jahren wird sich technisch einiges getan haben.

Mehr muss man dazu glaubs nicht sagen… Oder?