Schweizer Parlament: 12 Jahre für eine Dropbox alternative

480px-Dropbox_logoBin vorhin über einen Artikel auf Inside-IT gestossen. Demnach sucht das Parlament (Bund) nach einer Cloud Lösung um untereinander Dokumente auszutauschen.

Bis anhin hätten die Parlamentarier auf frei zugängliche Angebote zurückgegriffen, darunter etwa Dropbox. – inside-it.ch, kjo

Solche Beschaffungen werden jeweils öffentlich auf Simap ausgeschrieben. Hab dort danach gesucht und die Ausschreibung mit der Projekt-ID 125961 (anscheinend kein Direktlink möglich) gefunden.

In letzter Zeit gab es beim Bund Millionen teure IT-Projekte die scheiterten oder völlig überteuert umgesetzt wurden [1][2][3]. Fand es deshalb Interessant eine solche Ausschreibung zu lesen. Und hab es dann auch getan.

Technische Anforderungen

Dort genannte Technische Anforderungen:

Es ist von maximal 1’200 User auszugehen, wobei pro User von max. 3GB auszugehen ist.

Die Plattform hat 20 Mandanten zu je max. 100 GB zu unterstützen, woraus max. 2TB resultieren als Gesamtvolumen.

Es sollen 1’000 gleichzeitige Sessions möglich sein.

Der Anbieter bestätigt, dass er eine Datenhaltung in der Schweiz sicherstellen wird.

Ok – Soweit so gut. Mit “Mandanten” sind, laut Beschreibung, Gruppen oder Gremien gemeint.

[..] Gruppen oder Gremien, im Folgenden Mandanten genannt.

Jetzt beginne ich also mal zu rechnen. 1’200 User benötigen je 3 GB, dass sind Total 3’600 GB (Also 3.6 TB). Oben steht jedoch was von “2 TB Gesamtvolumen”. Also soll man doch davon ausgehen dass niemals 3 GB pro Person voll umfänglich benutzt werden? Kann aber auch sein dass ich das völlig falsch verstehe.

Weitere technische Angaben scheint es (zumindest auf Simap) nicht zu geben. In der Beschreibung wird an einer Stelle auf die “Rollenmatrix in Anhang 4″ verwiesen. Gehe davon aus dass man diesen Anhang anfordern muss. Hab auf der Plattform selbst zumindest nichts in diese Richtung gefunden.

Serverstandort Schweiz

Daten müssen Inland gelagert werden.

Der Anbieter bestätigt, dass er eine Datenhaltung in der Schweiz sicherstellen wird.

Finde ich gut. Ist immerhin der Grund weshalb ein solches Projekt durchgeführt werden soll.

Jedoch steht da auch:

Bei Anbieterinnen und Anbietern aus dem Ausland: Vergleichbare aktuelle, amtliche Urkunde des Auslandes (Original oder Kopie)

Ausländische Anbieter können ihr Angebot bis spätestens am oben erwähnten Abgabetermin, noch während den Öffnungszeiten gegen Ausstellung einer Empfangsbestätigung einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz in ihrem Land übergeben.

Ist der Bund verpflichtet auch Angebote ausländischer Firmen einzuholen? Ich weiss es nicht.

Halte es auf jeden Fall für äusserst fraglich die Daten im Inland zu Hosten, jedoch auf eine Ausländische Firma zu vertrauen. Da könnte man die Daten genau so gut in der Dropbox belassen.

Zeitlicher Rahmen

Der Ausführungstermin wurde ebenfalls festgelegt.

Beginn: Q3/Q4 2015, Ende: 31.12.2019; Verlängerung (jährlich) bis zu max. acht Jahre, heisst bis 2027 möglich

Der Bund gibt der auszuführenden Firma ganze vier Jahre Zeit.

Und falls die Zeit nicht reicht? Kein Problem: Mit der Verlängerung sind auch 12 Jahre möglich!

Fazit

Kenne mich mit Ausschreibungen nicht aus. Gehe auch davon aus dass Interessierende Firmen weitere Details einhohlen können. Die in der Ausschreibung beschriebenen technischen Details reichen jedenfalls überhaupt nicht aus.

Auch die Inland-Datenschutzüberlegung ist ein Witz, falls eine Ausländische Firma den Auftrag erhalten würde.

Und der Zeitliche Rahmen ist eine Katastrophe. In vier Jahren werden 3 GB pro User vermutlich nicht mehr reichen geschweige den in 12 Jahren. In den Jahren wird sich technisch einiges getan haben.

Mehr muss man dazu glaubs nicht sagen… Oder?

Adware in Bing – Oder: Weshalb ist Microsoft nur so blöd?

Die meisten “Windows-Probleme” entstehen durch Adware und sonstigem Müll. Viele unerfahrene Leute installieren sowas, ohne davon Ahnung zu haben. Meistens sind dass dann auch Leute die nicht wissen wie man sowas wieder deinstalliert bzw. davon ausgehen dass es sowas braucht.

Adware bezeichnet Software, die dem Benutzer zusätzlich zur eigentlichen Funktion Werbung zeigt bzw. weitere Software installiert, welche Werbung anzeigt. – Artikel bei Wikipedia

adware_liste
Kunde auf der Arbeit mit Adware

Adware kann verschieden aussehen.

  • Der Internet Browser zeigt zusätzlich Werbung an. Jeder zweite Hyperlink wird durch eine Werbeverseuchte Seite ersetzt.
  • Ständig poppen neue “Hey! Dein Treiber ist veraltet, kaufe mich!” Fenster auf. Und ja es gibt tatsächlich Leute die dafür Geld ausgeben. Unvorstellbar.
  • Toolbars die den Browser unnötig ausbremsen.
  • und vieles mehr…

Weshalb installiert man sich sowas?

Die Leute wissen es einfach nicht besser. Und Microsoft ist mitschuldig. Ein gutes Beispiel ist die Installation vom Adobe Flash Player und die dazu verwendete Bing-Suche.

  1. Das “Opfer” möchte sich ein Video ansehen und kriegt eine Meldung dass der Flash Player fehlt. Dieser ist vielleicht tatsächlich noch nicht installiert.
  2. Und wie weiter? Die unerfahrene Person, die sich zumeist im Internet Explorer aufhält, gibt einfach mal “Flash Player” in die Adresszeile ein. Irgendwie muss man sich ja informieren.
  3. Der Internet Explorer präsentiert eine Link-Liste. Davon führen die ersten vier Links auf eine Adware/Viren-versuchte Webseite. Erst der fünfte Link ist korrekt.
Resultate der Bing-Suche
Resultate der Bing-Suche

Was ist passiert? Eigentlich nichts, bis auf die Tatsache dass Bing die Standardsuchmaschine ist. Und Bing (bzw. Microsoft, gehört denen) einfach scheisse ist.

Diverse Bing-Werbeanzeigen schaden den eigenen Kunden. Und Microsoft verbannt diese nicht. Sorry Microsoft, sowas ist ein absolutes Armutszeugnis. Ihr schadet euren eigenen Kunden und merkt es vielleicht nicht mal.

YouTube seit einer Woche teils unbenutzbar – Swisscom

Seit nun mehr als einer Woche habe ich massive Probleme mit YouTube. Manche Videos laden problemlos, wiederum andere puffern ewig. Es macht einfach keinen Spass ganze fünf Minuten zu warten damit ein 1 Minuten langes Video gesehen werden kann.

Video länge: 1 Minute
Benötigte Zeit, da es puffert: 5 Minuten

Mit einer Qualität von 240p geht es manchmal, aber dass ist auch nicht wirklich toll. Anscheinend bin ich nicht der einzige. Auch andere Swisscom Kunden sind davon betroffen.

Die Swisscom weiss natürlich von nichts.

Im Swisscom Forum gibt es mittlerweile bereits drei Threads zu diesem Thema. Doch die Swisscom scheint immer noch zu schweigen.

  1. peering issues between Swisscom and Cable&Wireless
  2. Routing/Peering mit AS1273/Vodafone
  3. YouTube
  4. routing

Ja, klar es handelt sich um ein “User helfen User” Forum. Es ist also nicht zu erwarten das Swisscom dort eine Antwort gibt. Aber zu begrüssen währe es allemal. Auch wurde Swisscom nun schon mehrmals via Twitter darauf hingewiesen.

Grund für die Ursache scheint das Peering zwischen Swisscom und Vodafone. Zumindest ist die Bandbreite ins Vodafone Netz extrem langsam und es gehen auch Pakete verloren. Und da der Traffic von YouTube durchs Vodafone Netz muss, scheint die Sache klar.


C:\Users\Markus>ping support.cw.com -t

Ping wird ausgeführt für support.cw.com [141.1.1.56] mit
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=198ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=198ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=198ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=198ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47
Antwort von 141.1.1.56: Bytes=32 Zeit=199ms TTL=47

Ping-Statistik für 141.1.1.56:
Pakete: Gesendet = 35, Empfangen = 26, Verloren = 9
(25% Verlust),
Ca. Zeitangaben in Millisek.:
Minimum = 198ms, Maximum = 199ms, Mittelwert = 198ms


C:\Users\Markus>tracert 208.117.254.8

Routenverfolgung zu 208.117.254.8 über maximal 30 Hops

1 <1 ms <1 ms <1 ms internetbox.home [192.168.1.1]
2 6 ms 6 ms 6 ms 213.3.239.206
3 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
4 6 ms 7 ms 7 ms be120-1100.zhbic20p-isn002.bluewin.ch [213.3.219.13]
5 7 ms 7 ms 7 ms be110-1120.zhbic20p-ipn002.bluewin.ch [213.3.216.157]
6 7 ms 7 ms 6 ms be100.i79zhh-005.bb.ip-plus.bluewin.ch [213.3.220.6]
7 12 ms 11 ms 11 ms i62bsw-025-hun0-0-0-0.bb.ip-plus.net [138.187.129.62]
8 12 ms 12 ms 12 ms i00dcx-005-hun2-0-0.bb.ip-plus.net [138.187.129.83]
9 192 ms * * 193.5.122.186
10 14 ms 14 ms 14 ms google-gw.fix.cw.net [62.208.252.190]
11 35 ms 35 ms 35 ms 208.117.254.8

Ablaufverfolgung beendet.

Weshalb macht Swisscom nichts dagegen? Und falls die Swisscom nichts machen kann oder dran arbeitet: Wieso sagt man nichts? Mir als Kunde fehlt die Transparenz.

Nicht mal im Extranet für Grossunternehmen (teile davon ohne Login zugänglich) ist eine Störung vermerkt. Einfach nur schwach.

Hacker-Szenen verderben Kinofilme

Ein guter Film muss nicht unbedingt Logisch sein. Gerne dürfen darin Szenen vorkommen die völlig abnormal sind – setzt jedoch voraus dass der Regisseur diese gut in Szene setzt und dem Zuschauer die Möglichkeit gibt mit zu fiebern.

Da fliegen dann also Autos von einem zum anderen Hochaus und jemand überlebt einen Sprung ohne Fallschirm. Alles im normalen rahmen eines 0815-Action Films. Szenen bei denen ich mir nichts spezielles denke.

In den letzten Jahren kommen da aber immer mehr auch Hacker-Szenen drin vor. Da hacken dann also irgendwelche möchtegern Hacker eine ganze Stadt in – was weiss ich – 20 Sekunden. Oder der Hacker dringt in ein Rechenzentrum ein und “hackt” innert 10 Sekunden ein fremdes System.

Ne, mal ehrlich: So was nervt einfach nur!

Vielleicht habt ihr mitbekommen das ich mich auf Fast & Furious 7 beziehe. Ist aber nur einer von vielen Filmen.

Swisscom Mobilfunk: Geschwindigkeits-Begrenzung umgehen

Meine Mobilfunk-Flat ist auf 1 Mbit/s Download und 0.5 Mbit/s Upload beschränkt. Eigentlich nicht tragisch, komme damit klar. Finde es wichtiger dass bei vielnutzung nicht gedrosselt wird.

Daten-Download: bis zu 1 Mbit/s
Daten-Upload: bis zu 0.5 Mbit/s
(Angaben der Swisscom)

Diese Woche hat die Internet-Box (Standard Router/Modem, der Swisscom) ein Firmware Update erhalten. Nun verfügt diese über einen VPN-Server (L2TP/IPsec), der im Webinterface aktiviert werden kann.

Hab daraufhin mein Smartphone als VPN-Client Konfiguriert um das ganze zu testen. Da ich wissen wollte ob der VPN die Verbindungsgeschwindigkeit stark beeinträchtigt, hab ich einen speedtest (mit SpeedTest.net bzw. deren App) gemacht.

Wie man auf den Tests (links: Ohne VPN, rechts: Mit VPN) unschwer erkennen kann hat die Download-Geschwindigkeit nachgelassen. Beim Upload hingegen hat die Geschwindigkeit extrem zugenommen. Um Faktor fünf (5x) schneller, finde ich doch ordentlich.

Und für mich ist der Upload mittlerweile genau so wichtig wie der Download. Smartphone Fotos landen bei mir zum Beispiel alle direkt in der Cloud.

Nun stellt sich die Frage, weshalb der Upload zugenommen hat? Ich erkläre mir das mit einer fehlenden Netzneutralität der Swisscom. Traffic ins eigene Netz scheint bevorzugt behandelt zu werden. Schade gilt das nicht auch in die andere Richtung.

Werde das ganze bei Gelegenheit mal in der Stadt testen. Kann mir gut vorstellen das hier auf dem Land einfach nicht mehr als 5 Mbit/s Up möglich sind. In der Stadt müssten sich die Werte dann verbessern.

Jetzt fehlt nur noch eine Möglichkeit sich den Download-Speed zu erschummeln. :-)